Zwei Top-Ten-Plätze beim Weltcup-Finale vor Marseille: Das German Sailing Team tankt Motivation für anstehende Aufgaben

Marseille, 9. Juni 2019. Kleines Aufgebot, große Wirkung: Das German Sailing Team hat beim Weltcup-Finale vor Marseille mit einer Kernmannschaft zwei Top-Ten-Platzierungen erkämpft. Im Mixed-Katamaran Nacra 17 hatten sich Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer im weltmeisterlich besetzten Feld mit drei zweiten Rängen und acht einstelligen Ergebnissen hervorragend positioniert und vor dem Medaillenrennen sogar noch eine kleine Chance auf einen Podiumsplatz. Entsprechend startete die Crew vom Kieler Yacht-Club mit vollem Risiko ins Finale, wurde dafür aber nicht belohnt. Ein knapper Frühstart bedeutete in der Endabrechnung Platz acht für die junge Mannschaft aus Norddeutschland.

„Wir sind trotzdem sehr zufrieden mit unseren Fortschritten“, sagte Paul Kohlhoff, „wir hatten vor dem Finale eine Minimal-Chance auf Bronze. Wir wussten, dass wir idealerweise den Start und das Rennen gewinnen müssen, um tatsächlich noch so weit nach vorne zu fahren. Der Frühstart war mein Fehler. Andererseits waren hier die Nummer eins, drei, vier und fünf der Olympischen Spiele 2016 am Start und wir konnten uns insgesamt schon wirklich gut behaupten. Bei Starkwind agieren wir mit allen, auch mit den führenden Italienern auf Augenhöhe. Bei schwächeren Winden noch nicht ganz. Aber das Gesamtpaket wird immer besser. Daran arbeiten wir weiter intensiv.“ DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner hat den überzeugenden Einsatz der Katamaran-Foiler beobachtet und lobte: „Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer sind eine starke Serie gefahren.“

Auch Simon Diesch und Philipp Autenrieth (Württembergischer Yacht-Club/Bayerischer YachtClub) hatten sich vor dem Medaillenrennen als Gesamt-Sechste eine gute Ausgangsbasis für das Finale verschafft. Mit sechs überzeugenden einstelligen Resultaten hatte sich das süddeutsche Duo inmitten der 470er-Weltelite platziert und tankte damit viel Motivation für die noch in diesem Jahr bei der Weltmeisterschaft anstehende Aufgabe, für Deutschland die Nationenplatz im 470er der Männer für die Olympischen Spiele 2020 zu sichern.

Philipp Autenrieth berichtete nach dem Medaillenrennen in leichten Winden, bei die GER-Crew zum Abschluss Platz fünf erkämpfte: „Wir sind insgesamt super zufrieden. Das ist unser bestes Weltcup-Ergebnis in einem sehr gut besetzten Feld. Wir sind nicht phänomenal, aber gut und solide gesegelt. Das Hauptziel für dieses Jahres bleibt die Nationenqualifikation für die Olympischen Spiele, die wir bei der Weltmeisterschaft ab 20. Juli in Japan schaffen wollen. Es werden dort vier weitere Plätze verteilt und wir wollen einen davon. Das wird keine leichte Aufgabe, denn es sind noch eine Reihe guter Nationen ohne olympischen Startplatz, aber wir sind ja mit zwei deutschen Teams am Start und werden gemeinsam darum kämpfen.“ Auch Sportdirektorin Stegenwalner hat die gelungene Leistung der 470er-Segler beim Weltcup-Finale beobachtet und sagte: „Wir freuen uns, dass die beiden an ihre guten Leistungen von der Europameisterschaft anknüpfen konnten.“

Auch die Berliner 470er-Seglerinnen Frederike Loewe und Anna Markfort (Verein Seglerhaus am Wannsee/Joersfelder Segel-Club) blicken auf eine insgesamt gute Weltcup-Serie zurück, hatten aber das erste Rennen aufgeben müssen, was sie in der Endabrechnung als Gesamt-Elfte knapp um den Einzug ins Medaillenfinale brachte. In weiteren Disziplinen waren deutsche Spitzensegler vor Marseille teilweise nicht im Einsatz, weil sie sich bereits auf anstehende Welttitelkämpfe und andere Aufgaben vorbereiten. In der offenen Serie der IKA-Formula-Kitesurfer belegte Florian Gruber aus Garmisch Partenkirchen Platz sieben.

WELTCUP-FINALE MARSEILLE 2019 - ENDERGEBNISSE

NACRA 17
1. Vittorio Bissaro/Maelle Frascari (ITA), 32 Punkte
2. John Gimson/Anna Burnet (GBR), 50 Punkte
3. Ruggero Tita/Caterina Banti (ITAA), 51 Punkte
8. Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer (Kieler Yacht-Club), 78 Punkte

470ER MÄNNER
1. Mathew Belcher/Will Ryan (AUS), 21 Punkte
2. Jordi Xammar/Nicolás Rodriguez (ESP), 47 Punkte
3. Hyppolyte Machetti/Sidoine Dantes (FRA), 66 Punkte
6. Simon Diesch/Philipp Autenrieht (Württembergischer YC/Bayerischer YC), 78 Punkte

470ER FRAUEN
1. Camille Lacointre/Aloise Retornez (FRA), 41 Punkte
2. Hannah Mills/Eilidh McIntyre (GBR), 42 Punkte
3. Silvia Mas Depares/Patricia Cantero Reina (ESP), 70 Punkte
11. Frederike Loewe/Anna Markfort (Verein Seglerhaus am Wannsee/Joersfelder Segel-Club), 90 Punkte

IKA – Formula Kite
1. Nicolas Parlier (FRA), 20 Punkte
2. Theo de Ramecourt (FRA), 37 Punkte
3. Axel Mazella (FRA), 37 Punkte
7. Florian Gruber (Garmisch-Partenkirchen), 94 Punkte

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Laser-Steuermann Philipp Buhl gewinnt mit Bronze die erste EM-Medaille für das German Sailing Team im vorolympischen Jahr

Porto/Portugal, 25. Mai 2019. Deutschlands bester Lasersegler hat bei der Europameisterschaft der olympischen Einhand-Jollen im portugiesischen Revier von Porto die Bronzemedaille gewonnen. Der 29-jährige Steuermann vom Segelclub Alpsee-Immenstadt konnte bei den offen ausgeschriebenen kontinentalen Titelkämpfen nach einigen schwachen Ergebnissen zu Saisonbeginn wieder zeigen, warum er Weltranglisten-Vierter ist und zu den olympischen Hoffnungsträgern der Segelnationalmannschaft zählt. Europameister wurde der Brite Lorenzo Chiavarini vor seinem Landsmann und Doppel-Weltmeister Nick Thompson. Die offene Wertung aller 162 Laser-Starter aus 55 Ländern gewann der Australier Mathew Wearn.

Für Philipp Buhl markierte die Europameisterschaft nach enttäuschenden Ergebnissen zu Jahresbeginn einen wichtigen Wendepunkt in dieser Saison. Der WM-Dritte von 2018 hat sich im Süden Europas stark in der Weltspitze zurückgemeldet. „Das war mir sehr wichtig“, sagte Buhl, „und zwar sowohl für meinen Kopf als auch in der Wahrnehmung bei der Konkurrenz. Ich spiele wieder oben mit.“ Entsprechend begeistert äußerte sich auch Bundestrainer Alex Schlonski: „Wir sind zufrieden mit dieser Leistung. Natürlich ist es immer schade, wenn ein Athlet mit Titelchancen ins Finale startet, die aber nicht nutzen kann. Unter dem Strich jedoch war Philipps EM-Leistung sehr gut. Auch, weil er die Serie mit einem Tagessieg in leichten Winden eröffnen und zeigen konnte, dass er schwache Bedingungen ebenso meistern kann.“

DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner freute sich über die Befreiung von Philipp Buhl aus seinem kurzen Leistungstief: „Uns überrascht die gute Leistung aber nicht. Wir haben nach einigen schwächeren Ergebnissen Anfang des Jahres schon gesagt, dass wir uns deswegen nicht sorgen. Wir freuen uns natürlich sehr, dass die Arbeit des Laser-Teams jetzt mit Bronze belohnt wurde und gratulieren Philipp und Alex herzlich.“

Beste deutsche Steuerfrau im EM-Feld der Laser-Radial-Seglerinnen war Pia Kuhlmann vom Schaumburg-Lippischen Segelverein, die in der reinen EM-Wertung bis auf Platz 16 vorsegelte und die WM-reif besetzte Serie mit den starken Rängen 8, 7, 10 und 9 beendete. Svenja Weger vom Potsdamer Yacht-Club konnte sich am Finaltag der Laser-Radial-Europameisterschaft als Gesamt-Neunzehnte noch in die Top 20 der um die Übersee-Teams bereinigten EM-Wertung vorarbeiten. Für die Sportsoldatin, die in Regie von Jonasz Stelmaszyk trainiert, kam das nach schwachem EM-Auftakt einem kleinen Happy End gleich. Europameisterin und Gewinnerin der Gesamt-Trophäe wurde die Dänin Anne-Marie Rindom vor Olympiasiegerin Marit Bouwmeester aus den Niederlanden und Emma Plasschaert aus Belgien.

ENDERGEBNISSE LASER EUROPAMEISTERSCHAFT 2019
Porto/Portugal

EM-WERTUNG LASER
(bereinigt um Übersee-Teams)
1. Lorenzo Brando Chiavarini (GBR), 54 Punkte
2. Nick Thompson (GBR), 63 Punkte
3. Philipp Buhl (SC Alpsee Immenstadt), 67 Punkte
25. Nik Aaron Willim (Norddeutscher Regatta Verein)

OFFENE EM-WERTUNG
1. Mathew Wearn (AUS), 39 Punkte
2. Sam Meech (NZL), 53 Punkte
3. Lorenzo Brando Chiavarini, (GBR), 54 Punkte
6. Philipp Buhl (SCAI), 67 Punkte

EM-WERTUNG LASER RADIAL
1. Anne-Marie Rindom (DEN), 33 Punkte
2. Marit Bouwmeester (NED), 45 Punkte
3. Emma Plasschaert (BEL), 47 Punkte
16. Pia Kuhlmann (Schaumburg-Lippischer Segelverein), 175 Punkte
19. Svenja Weger (Potsdamer Yacht-Club), 180 Punkte

OFFENE EM-WERTUNG LASER RADIAL
1. Anne-Marie Rindom (DEN), 33 Punkte
2. Marit Bouwmeester (NED), 45 Punkte
3. Emma Plasschaert (BEL), 47 Punkte
21. Pia Kuhlmann (Schaumburg-Lippischer Segelverein), 175 Punkte
24. Svenja Weger (Potsdamer Yacht-Club), 180 Punkte

(Anmerkung: Sämtliche Ergebnisse galten zunächst als vorläufig, weil am Nachmittag die Protestzeit noch nicht abgelaufen war.)

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Deutsche 49er-Crews segeln nur knapp an EM-Medaillenrängen vorbei
Finnsegler verpassen Chance auf Nationenqualifikation für Tokio 2020

19. Mai 2019. Die beiden erfolgreichsten deutschen 49er-Crews bei der Europameisterschaft im ehemaligen britischen Olympiarevier vor Weymouth sind nur knapp an den Medaillen vorbeigesegelt. Die Rio-Bronzemedaillen-Gewinner Erik Heil und Thomas Plößel (Norddeutscher Regatta Verein) erkämpften beim Kräftemessen mit der kompletten Weltelite der Skiffsegler Platz fünf. „Das hat unsere aktuelle Erwartungshaltung fast übertroffen. Wir sind aufgrund unserer Studien noch bis Sommer im Trainingsrückstand und das bekommt man an langen Tagen zu spüren“, sagte Erik Heil.

Die Trainings- und Teamkameraden Justus Schmidt und Max Boehme (Kieler Yacht-Club) beendeten die kontinentalen Titelkämpfe auf Platz sechs. „Mit beiden Ergebnissen können wir zum jetzigen Trainingsstand zufrieden sein. Wir sind auf sehr gutem Weg“, sagte 49er-Bundestrainer Marc Pickel. Die WM-Dritten von Aarhus, Tim Fischer (Norddeutscher Regatta Verein) und Fabian Graf (Verein Seglerhaus am Wannsee), die in Regie von 49er-Bundestrainer Max Groy trainieren, beendeten die herausragend besetzte Europameisterschaft mit zwei starken zweiten Rängen, mussten aber nach 20 Wettfahrten mit Platz 16 zufrieden sein.

Die Europameisterschaft hat ihre Teilnehmer an den letzten Tagen aufgrund flauer Winde auf einige Geduldsproben gestellt. So trugen die 49er-Segler ihre letzten Rennen der Hauptrunde am Sonntagmorgen in nur drei bis vier Knoten Wind aus und warteten dann viele Stunden auf den Startschuss für ihr Medaillenrennen, dass jedoch um 18 Uhr aufgrund der hartnäckigen Flaute abgesagt werden musste. Die Serie gewannen ohne Finale die neuseeländischen Olympiasieger und America’s-Cup-Gewinner Peter Burling und Blair Tuke. Neue Europameister sind die Briten Dylan Fletcher und Stuart Bithell.

DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner, an diesem Wochenende auch als Vize-Präsidentin des Weltseglerverbandes World Sailing beim Halbjahrestreffen im Chelsea Football Club in London gefordert, sagte: „Die 49er-Gruppe im German Sailing Team macht weiter einen sehr starken Eindruck und leistet mit ihren Trainern Marc Pickel und Max Groy hervorragende Arbeit. Das Team nimmt überzeugend Kurs auf Enoshima 2020.“

Bei den parallel ausgetragenen Europameisterschaften der olympischen 49erFX-Seglerinnen hatten Tina Lutz (Chiemsee Yacht Club) und Susann Beucke (Hannoverscher Yacht-Club) das Medaillenrennen der besten zehn Crews als Zwölfte knapp verpasst. Vicky Jurczok und Anika Lorenz (Verein Seglerhaus am Wannsee) fanden als Achtzehnte in England nicht ganz zur gewohnten Form. Die Serie gewannen die Brasilianerinnen Martine Grael und Kahena Kunze. Neue 49erFX-Europameisterinnen sind die Holländerinnen Annemiek Bekkering und Annette Duetz.

Auch bei den europäischen Titelkämpfen in der olympischen Mixed-Katamaran-Klasse Nacra 17 fehlte Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer (Kieler Yacht-Club) zum Einzug ins Finale der besten zehn Crews nicht viel. Dem eigenen Anspruch genügte das norddeutsche Duo aber nicht ganz. Paul Kohlhoff, dessen Team mit Bundestrainer Marcus Lynch trainiert, sagte: „Wir haben uns tatsächlich hier bei der EM nicht ganz so stark gefühlt wie noch in Palma. Nach dem Crash dort sind wir aktuell mit etwas anderem Material unterwegs. Das hat nicht geholfen. Und dann haben wir auch einige Fehler gemacht, die man sich da, wo wir hinwollen, einfach nicht mehr leisten darf. Unser Anspruch ist besser zu sein, als wir es hier waren. Wir sind aber glücklich darüber, dass wir die Kriterien für den Start bei den Pre-Olympics in diesem Jahr erfüllt haben.“

Deutsche Finnsegler verpassen Chance auf Nationenqualifikation für die Olympischen Spiele 2020 – eine letzte kleine Chance bleibt

Bei der Europameisterschaft der Einhandjollen in Athen haben die deutschen Finn-Dinghy-Segler die Chance verpasst, für ihre Klasse den Nationenplatz bei den Olympischen Spielen 2020 zu sichern. Für den Berliner Phillip Kasüske (Verein Seglerhaus am Wannsee) und den Kieler Max Kohlhoff (Norddeutscher Regatta Verein) lag die Latte bei den kontinentalen Titelkämpfen in der mit olympischen Medaillengewinnern und Weltmeistern gespickten Flotte zu hoch.

Weder der 26-jährige Kohlhoff noch der 24-jährige Kasüske konnten in den Kampf um nur vier bei dieser EM ausgelobte Olympia-Startplätze für Enoshima eingreifen. Sie schlossen die EM auf den Plätzen 29 und 30 ab. Damit bleibt den Finn-Athleten im German Sailing Team und ihrem Trainer Mark Bulkeley nur noch eine Last-Minute-Chance im olympischen Jahr 2020, wenn voraussichtlich bei der Weltcup-Regatta in Genua ein letzter Platz für eine europäische Nation zu haben ist.

„Wir zählen immer noch zu den Jüngsten in unserer Klasse mit so vielen starken Seglern. Wir hatten hier eine Chance, aber wir wussten auch, dass es in der herausragend besetzten Flotte sehr hart wird. Leider hat es nicht geklappt“, sagte Max Kohlhoff, „ich selbst bin hier in diesem Revier einfach nicht in den Rhythmus gekommen. Aber Aufgeben ist natürlich keine Option. Wir werden bis zum Ende kämpfen.“

Mit insgesamt nur 19 zugelassenen Startern werden die Finnsegler bei der olympischen Regatta 2020 im japanischen Revier von Enoshima eines der kleinsten Felder bilden. Nur die 470er-Flotten sind ebenso klein. Die entsprechend begrenzten Qualifikationsmöglichkeiten – verteilt auf die verschiedenen Kontinente – lassen nur wenig Spielraum. „Wir sind natürlich enttäuscht, dass unsere Segler den Nationenplatz bei der Europameisterschaft in Athen nicht sichern konnten, aber das ist für den Moment als sportliches Ergebnis so zu akzeptieren. Wir werden intern besprechen, wie es jetzt weitergeht“, erklärte DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner.

Die Europameisterschaft der Finnsegler, die in flauen Winden unter einigen Ausfällen litt und für die Top Ten bereits nach acht Wettfahrten ins Medaillenrennen führte, gewann der britische Olympiasieger Giles Scott (48 Punkte) vor dem Neuseeländer Andy Maloney (52 Punkte) und Zombor Berecz (61 Punkte) aus Ungarn.

ENDERGEBNISSE DER KOMBINIERTEN OFFENEN EUROPAMEISTERSCHAFTEN
(Weymouth, Großbritannien)

49ER
1. Peter Burling/Blair Tuke (NZL), 72 Punkte
2. Dylan Fletcher/Stuart Bithell (GBR), 81 Punkte
3. James Peters/Fynn Sterritt (GBR), 91 Punkte
5. Erik Heil/Thomas Plößel (Norddeutscher Regatta Verein), 123 Punkte
6. Justus Schmidt/Max Boehme (Kieler Yacht-Club), 128 Punkte
16. Tim Fischer/Fabian Graf (Norddeutscher Regatta Verein/Verein Seglerhaus am Wannsee), 184 Punkte

49erFX
1. Martine Grael/Kahena Kunze (BRA), 76 Punkte
2. Annemiek Bekkering/Annette Duetz (NED), 79 Punkte
3. Helene Naess/Marie Rønningen (NOR), 83 Punkte
12. Tina Lutz/Susann Beucke (Chiemsee Yacht Club/Hannoverscher YC), 156 Punkte
18. Vicky Jurczok/Anika Lorenz (Verein Seglerhaus am Wannsee), 186 Punkte

Nacra 17
1. Ben Saxton/Nicola Boniface (GBR), 61 Punkte
2. John Gimson/Anna Burnett (GBR), 67 Punkte
3. Lin Cenholt/C.P. Lübeck (DEN), 71
12. Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer (Kieler Yacht-Club), 143 Punkte

ENDSTAND FINN-DINGHY EUROPAMEISTERSCHAFT 2019 (Athen, Griechenland)

1. Giles Scott (Großbritannien), 48 Punkte
2. Andy Maloney (Neuseeland), 52 Punkte
3. Zsombor Berecz (Ungarn), 61 Punkte
29. Max Kohlhoff (Norddeutscher Regatta Verein), 191 Punkte
30. Phillip Kasüske (Verein Seglerhaus am Wannsee), 205 Punkte

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Deutsche 470er-Segler im olympischen Aufwind: Diesch/Autenrieth und Boehm/Goliaß nehmen erste Hürde zur Pre-Olympics-Qualifikation

(San Remo, 14.05.2019) Die deutschen 470er-Segler haben die turbulente Europameisterschaft der olympischen Zweihand-Jollensegler im italienischen San Remo erfolgreich abgeschlossen. Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen hatte sich mit Simon Diesch/Philipp Autenrieth (Württembergischer Yacht-Club/Bayerischer Yacht-Club) und Nadine Böhm/Ann-Christin Goliaß (Deutscher Touring Yacht-Club) jeweils eine Crew der German Sailing Teams für die Top Ten und damit die Medaillenrennen qualifiziert.

Dafür waren im launischen italienischen Revier nach zwei komplett ausgefallenen Renntagen – einmal aufgrund von Flaute, einmal aufgrund zu stürmischer Winde – in den insgesamt nur sechs Rennen bis zum Finale höchste Konzentration gefragt. In der Endabrechnung belegten Simon Diesch und Philipp Autenrieth Platz 8. Nadine Böhm und Ann-Christin Goliaß erkämpften mit Rang 3 im Finale Platz 6 in der offenen EM-Wertung, die für die innerdeutsche Qualifikation für die Pre-Olympics maßgebend ist.

Auch der letzte Tag hatte den Finalteilnehmern in Italien noch einmal viel Geduld abgefordert. Die Medaillenrennen mussten in drei bis vier Knoten Wind drei Stunden verschoben werden, bis um 14 Uhr der erste Startschuss für die Frauen fallen konnte. 470er-Frauen-Bundestrainer Marek Chocian hatte die Ausgangssituation für die deutschen Finalistinnen bereits vor dem Showdown erklärt: Angesichts der engen Punktabstände würde vor allem ein gelungener Start sehr wichtig sein, um ins Spiel zu kommen. So hat er es mit seinen Athletinnen im Morgen-Briefing besprochen. Punktrechnerei während des Rennens oder die Konzentration auf nur einen Gegner würden wenig Sinn machen, weil alle so dicht beieinander liegen. Da man nicht alle Rivalen kontrollieren könne, gelte es vor allem sein eigenes bestmögliches Rennen zu bestreiten. Und das taten die 26-jährige Steuerfrau Nadine Böhm und ihre 28-jährige Vorschoterin Ann-Christin Goliaß: Die süddeutsche Crew hatte schon an der ersten Wendemarke Rang vier erobert und machte daraus mit starker kämpferischer Leistung sogar noch Rang drei. Was Nadine Böhm und Ann-Christin Goliaß in der EM-Endabrechnung noch auf Platz sechs klettern ließ. Damit hat das Duo im nationalen Rennen um den Startplatz bei den Pre-Olympics die erste wichtige Hürde genommen und sich gegen alle weiteren Teamkameradinnen in der Segel-Nationalmannschaft, darunter Frederike Loewe und Anna Markfort, die im ersten Teil vor Mallorca hatten punkten können, durchgesetzt.

„Für uns war nach dem holprigen Saisonauftakt bei dieser Europameisterschaft vor allem ein gutes Ergebnis das Ziel“, sagte Nadine Böhm nach dem Finale, „wir sind sehr zufrieden mit dieser Leistungssteigerung. Im Finale ist uns der Start super gelungen, auch das war uns wichtig.“ Zu den Stärken ihrer Crew sagte Nadine Böhm: „Wir ziehen immer an einem Strang, gehen gemeinsam durch Tiefen und Höhen. Wir haben unsere Vorwind-Möglichkeiten ausgebaut, der Speed war hier sehr gut.“ Die finale Bestätigung der Starterlaubnis für die olympische Testregatta allerdings erfolgt für die 470er-Seglerinnen wie für alle deutschen Segler und Seglerinnen erst nach Beendigung aller Europameisterschaften in den olympischen Klassen, der Bewertung durch den Olympia-Segelausschuss (OSA) und Entscheidung der DSV-Sportdirektion. Mit der offiziellen Nominierung der deutschen Pre-Olympics-Starter ist deswegen im Juni nach den noch ausstehenden kontinentalen Titelkämpfen für die Disziplinen Finn, 49er, 49erFX, Nacra 17, Laser und Laser Radial zu rechnen.

Nach den Damen waren am Dienstagnachmittag in San Remo auch die 470er-Männer von Bundestrainer Tytus Konarzewski in ihrem Medaillenrennen gefordert. Mit Rang sechs im Finale segelten der 24-jährige Simon Diesch und sein 28-jähriger Vorschoter Philipp Autenrieth auf Platz acht im EM-Gesamtklassement und haben als erfolgreichste deutsche Crew der beiden für die nationale Ausscheidung relevanten Regatten – Trofeo Princesa Sofía und Europameisterschaft – nun die besten Chancen, für die olympische Testregatta in diesem Jahr in Enoshima nominiert zu werden, wenn sie auch alle weiteren Hürden nehmen können. Es gilt das gleiche Procedere wie bei den Damen. Vorschoter Philipp Autenrieth sagte nach dem Finale in San Remo: „Wir sind mit der EM-Woche insgesamt sehr zufrieden. Unser Start war heute etwas schleppend, daher sind wir im Klassement noch auf Platz 8 zurückgefallen. Unser Feld war wie eine WM besetzt und extrem stark. Wir beenden die Serie mit dem guten Gefühl, dass wir unser Potenzial wieder abrufen können. Jetzt eint uns mit unseren Teamkameraden Malte Winkel und Matti Cipra, die hier etwas Pech hatten, vor allem ein Ziel: Wir wollen bei der WM den Nationenstartplatz für Deutschland im 470er sichern. Das ist in diesem Jahr das A und O. Wir glauben daran, dass wir das schaffen werden.”

470ER EUROPAMEISTERSCHAFT 2019

Männer – Offene EM-Wertung (inkl. Übersee-Crews)

1. Mathew Belcher/Will Ryan (Australien), 8 Punkte
2. Anton Dahlberg/Fredrik Bergström (Schweden), 23 Punkte
3. Jordi Xammar/Nicolas Rodriguez (Spanien), 33 Punkte
7. Simon Diesch/Philipp Autenrieth (Württembergischer YC/Bayerischer YC), 41 Punkte
18. Malte Winkel/Matti Cipra (Schweriner YC/Plauer Wassersportverein), 53 Punkte

Frauen – Offene EM-Wertung (inkl. Übersee-Starter)

1. Camille Lecointre/Aloise Retornaz (Frankreich), 20 Punkte
2. Hannah Mills/Eilidh McIntyre (Großbritannien), 23 Punkte
3. Afrodite Zegers/Lobke Berkhout (Niederlande), 32,4 Punkte
6. Nadine Böhm/Ann-Christin Goliaß (Deutscher Touring YC), 43,4 Punkte
16. Theres Dahnke/Birte Winkel (Plauer Wassersportverein/Schweriner YC), 72 Punkte
21. Luise Wanser/Helena Wanser (Norddeutscher Regatta Verein/ASVW), 99 Punkte
22. Frederike Loewe/Anna Markfort (VSaW/Joersfelder SC), 101 Punkte

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