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Am Freitag, für den die Mittelstrecke geplant war, stand für BONC 1 und 3 zunächst noch ein kurzes UP and Down Rennen an. Während sich die zweite Klasse schon auf ihrem Weg um den Greifswalder Bodden befand fuhren wir uns einen fünften Platz ein. Die Motivation stieg wieder. Gut gelaunt starteten wir zur Mittelstrecke, die ungefähr einmal um den Greifswalder Bodden führte.

Wir hielten uns auch gut, bis der Wind wieder anfing einzuschlafen. Das Topfschlagen begann aufs neue, wobei Dirk Manno auf den größten Topf schlug und das Feld regelrecht stehen ließ. Unsere Hoffnung war die Zielkreuz, die uns aufgrund einer Bahnverkürzung aber entging. Wir hatten mal wieder Pech und bleiben in der Flaute hängen. Stalker immerhin auch. So werden wir Vorletzte. Im Gesamtranking lagen wir auf Platz 19. Nicht gerade berauschend. Ohne unsere Disqualifikation lägen wir wahrscheinlich zwei oder drei Plätze besser. Das wurmt.

Letzter Tag: Entscheidung zwischen Dänemark und Deutschland Rot. In der Hinsicht nochmal spannend. Deutschland Rot segelt nicht gerade überragend und der bisher deutliche Vorsprung schmolz letztendlich auf zarte 1,25 Punkte zusammen.

Die Wettfahrtleitung stand ebenfalls unter Druck. Der Wind spielte nicht mehr so mit wie gewünscht und die Startkreuz für BONC 2 und 3 entsprach nicht mehr wirklich einem UP and Down. Die immer leichter werdenden Winde brachten uns wieder die alten Probleme. Unser größtes Vorsegel, aus vermessungstechnischen Gründen nur eine Genoa II ließ das Schiff nach den Wnden nicht mehr so locker anspringen, wie es nötig wäre. Ein leichtes für die Konkurrenz uns in der Abdeckung zu halten. Enttäuschend und vor allem demotivierend: die Platzierung.

Es wurde noch ein zweites Rennen gestartet. Nach einer taktischen Entscheidung, die zunächst sehr vielversprechend war, sich aber schließlich als nicht wieder gut zu machender Fehler entpuppte, mußten wir die BONC-Serie ohne einen letzten Erfolg, der vergleichbar gewesen wäre mit dem ersten Rennen, abschließen.

Auch wenn die Stimmung nicht gerade ausgelassen war, die Enttäuschung war wohl uns allen anzusehen. Vor dem letzten Rennen waren wir uns immer noch bewußt, wir können es ihnen nocheinmal zeigen! Aber nach dem letzten Rennen geht es nicht mit mehr und das frustet um so mehr. Was konnten wir denn auch erwarten, bei dem bißchen Training? Unser Training war die Kieler Woche, die DM Seesegeln. Vorher sind wir nie in dieser Crewzusammensetzung gefahren.

So gesehen war das eine lehrreiche Woche für uns. Ob es sich jedoch im Verhältnis zu dem finanziellen Aufwand gelohnt hat? Für die Crew sowieso, aber unser Skipper, Jochen, mußte „bluten. Eigentlich weniger für das Material, sondern da waren zunächst einmal die 1000 DM Meldegeld. Unsere SVF gestattet den Teilnehmern an der Frühjahrswoche z.B. eine Woche vor, während und nach der Serie gratis zu liegen. Nicht so beim Yachtzentrum Greifswald. Dort liegt der Regattateilnehmer selbstverständlich, nach Zahlung des eben genannten, nicht geringen Meldegeldes, für „günstige" 26 DM pro Tag. Plus der Woche, die das Schiff schon vorher in Greifswald lag. Da war schon wieder eine nicht zu unterschätzende Summe „über den Jordan gegangen". Wer BONC segelt hat aber offenbar viel Geld zu haben, denn Kranen ( das beinhaltete aus dem Wasser nehmen, an Land verschieben, wieder ins Wasser setzen) war für das lächerliche Sümmchen von ca. 800 DM möglich. Na, bei solchen Preisen sagt doch niemand nein! Wir vielleicht doch, hätten wir es vorher gewußt.

Wie eine Werft 800 Mark für Kranen verlangen kann im Rahmen einer Regatta, die sie mit ausrichtet, ist uns nach wie vor ein Rätsel. Empörung kam wenn überhaupt nur so richtig in BONC 3 auf. Die größeren Klassen begleichen das aus der Portokasse. ODER andere Teams finanzieren es aus ihrer Spesenkasse. So zum Beispiel die Holländer, deren Teams vom Holländischen Segler-Verband zum einen jeweils mit 7000 Gulden für Extra-Ausgaben bezuschusst wurden, zum anderen einen holländischen Admirals-Cup-Profi zur Verfügung gestellt bekamen, der bei der Optimierung der Boote half.

Die Förderung durch den DSV stand dem natürlich kaum nach. So legte der DSV großzügiger Weise zunächst einmal das Meldegeld aus und übernahm mehr oder weniger zuverlässig die Meldeformalitäten. Das Meldegeld konnte von uns dann bequem in einer Rate nachgezahlt werden. Super!! Da fühlt man sich durch seinen Dachverband doch richtig gefördert. Der einzige anwesende Vertreter des DSV zeigte wenig Verständnis für nicht ganz so finanzstarke Crews. Wir sind im hohen Maße enttäuscht vom DSV, dem das Engagement von „normal bemittelten" Skippern offenbar egal ist, zumindest hält er es nicht für förderungswürdig. Ein Punkt bei dem vielleicht auch Vereine einmal mehr nachfragen sollten, was mit den Geldern, die sie an den DSV abtreten eigentlich geschieht.

Die Veranstaltung war aber dennoch schön. Es war der erste Baltic Offschor Nations Cup, mit den Kinderkrankheiten, die wahrscheinlich jede Regattaserie in ihren ersten Jahren hat. So konnte der Catering-Service uns nur leid tun der nicht selten auf seinem eigentlich sehr schmackhaften Essen sitzen blieb. Aber die gemütliche Kantine, mit ihrem italienischen Wirt war nun einmal eine ernsthafte Konkurrenz, zumal man von richitgen Tellern aß und die Preise klein waren.

Aber: Duschen konnte man gratis!! Außerdem war das Essen in der Werftkantine unschlagbar gut und günstig, in sehr netter Atmosphäre.

Die Crew ist an diesem Ereignis gewachsen. Auch wenn wir uns mehr erhofft hatten, es war zumindest eine tolle 
(wenn auch recht teure) Erfahrung.

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