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Verstärkung

D 21 verstaerkungMit lauter Musik aus der angrenzenden Parkanlage werden unsere Gäste empfangen. Im Hafen herrscht Diskoatmosphäre. Für das EM-Halbfinale England – Dänemark hat sich die Stadt mächtig ins Zeug gelegt, ein Public Viewing für 5.000 Leute organisiert. Am Abend fließt dann reichlich Bier vor der Großleinwand. Trotz oder gerade wegen einer unglücklichen Niederlage der dänischen Fußballnation.
Wie bestellt, hat der Wind auf Süd gedreht. Kurze Etappen entlang der Küste bis in den Horsensfjord hinein stehen uns bevor. Die erste Fahrstunde bereitet Jano bei leichtem achterlichen Wind keine Probleme. Ganz offensichtlich wachsen ihm Seebeine.
Die nächste Etappe hat er schlichtweg verpennt. Und das war auch gut so. Denn vor der Küste zwischen Hou und Snaptun stand bei zunehmendem Wind eine beachtliche Welle. Schließlich dreht der Wind noch auf Südwest, bekommen ihn nun direkt auf die Nase. Zwischen Skomakergrund und den gelben Tonnen einer Fischereizone kreuzen wir dem Hjarnøsund entgegen.
Im Fjord muss am nächsten Tag mangels Wind der Motor ran und der Nachwuchssteuermann natürlich auch. Unser Augenmerk in den Häfen gilt nunmehr in erster Linie den Spielplätzen. Und der ist in Horsens besonders gut gelungen. Beim neu gestalteten Industriemuseum wurden für den Nachwuchs eine kleine Werkstatt sowie großzügige und ausgefallende Outdoor-Spielgeräte und -burgen für die ganz Kleinen geschaffen.
Überhaupt hält uns die sympathische Stadt schnell gefangen. Wir bleiben ein paar Tage. Schlendern durch die engen Gassen, genießen in der Gogade das leckere Softeis und tummeln auch gern am großzügigen Strand rum. Jano immer dabei. Jedenfalls solange, bis er den elterlichen Campingwagen ganz in der Nähe, in Husodde Strand, entdeckt. Familienurlaub an Ost- und Nordsee bekommt nun den Vorzug.
Im gut gefüllten Hafen von Horsens dann noch am letzten Tag ein kleiner Zwischenfall. Eine Haverie mit einer Coronet Elvström 42. Dem stattlichen Motorsegler kann ich nicht mehr rechtzeitig ausweichen, obwohl er fest vertäut ist. Was ist passiert? Bei meiner morgendlichen Baderoutine im Hafenbecken will ich die Coronet am Bug passieren und stelle – leider zu spät – fest, dass bei dem Ungetüm knapp unterm Wasserpass noch eine „Nase“ von etwa einem Meter Länge herausragt. Und schon war es passiert: Eine leichte Rippenprellung, die mich noch einige Tage an mein Missgeschick erinnert.
Bordroutine kehrt in den Segelalltag zurück. Mit einem weinenden Auge. Auf Höhe des Campingplatzes kommt das Nebelhorn zum Einsatz. Dreimal Lang. Durch das Fernglas erkenne ich hinter einer Hecke zwei winkende Arme.
Das offene Meer des Kattegats ist bald erreicht. Nordöstliche Winde schieben uns dicht an der Südküste Endelaves vorbei. Keine Hasen in Sicht. Auf Kurs 125 Grad sind es noch 16 Seemeilen bis Korshavn. Wir nähern uns also wieder den Rund-Fünen-Kurs. Gern hätten wir auch einen Abstecher zu den kleinen Inseln Sejerø und Nekselø im Großen Belt gemacht. Doch die abwechslungsreiche Woche mit unserem Leichtmatrosen war es allemal wert.
Hochbetrieb im idyllischen Naturhafen von Korshavn. Am Abend liegen etwa 40 Boote in der nach allen Seiten geschützten Bucht vor Anker und ebenso viele an den beiden kurzen Stegen. Einige pendeln mit den Schlauchbooten hin und her. Auf den Stegen Brückenpalaver, die üblichen Themen. Die Holztische an Land sind gut gefüllt mit allerlei Köstlichkeiten, Bierdosen und Wein. Aus den Grills dampft es, es riecht verführerisch. Welch herrliche abendliche Stimmung.
Doch es kommt noch besser: Die Wanderung hinauf zum Fyns Hoved bietet uns einen fantastischen Rundumblick. Der Sonnenuntergang erscheint mir von diesem schönen Fleckchen Erde noch imposanter als die Tage zuvor. Zum x-ten Mal halte ich diesen besonderen Moment fotografisch fest. Dabei ist es doch immer dieselbe Sonne...

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