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Hanöbucht

Auf dem Weg in den süd-östlichen Schärengarten Schwedens oder auch zum Kalmarsund bietet Simrishamn eine strategisch günstige Zwischenstation. Wie schon am Vortag, begegnen uns wieder jede Menge Fähren und andere dicke Pötte. Weit oben, entlang der gewaltigen Steilküste, bewundern wir Gleitschirmflieger, die dort offensichtlich eine günstige Thermik vorfinden. Auch wir kommen bei den Windverhältnissen unter Gennaker gut voran. So gut, dass wir bei zunehmender Brise die 20 Knoten aus SW gar nicht so recht wahrnehmen. Dies sollte sich dann bei der nächsten (verpatzten) Halse rächen. Selbst Schuld, ist doch ein Leichtwindsegel – oder?

 

In Simrishamn gönnen wir uns einen Hafentag. Das herrliche Wetter lädt zu einer ausgiebigen Radtour ins Landesinnere ein. Sollten hier im Bullerbüland nicht üppige Lavendelfelder sein? Gesehen haben wir die violetten Duftsträucher jedoch nur in Vorgärten und auf Verkehrsinseln. Doch etwas typisch schwedisches ist uns dort dennoch aufgefallen. Obwohl im Land der Elche seit über 40 Jahren Rechtsverkehr herrscht, haben die Postwagen das Lenkrad noch immer auf der rechten Seite. Da die meisten Briefkästen direkt am Straßenrand hängen, arbeitet die Post so effektiv und bequem obendrein. Auch nach dem Abendessen treten wir noch mal in die Pedale, um die schöne Küste Richtung Stenshuvud mit den einladenden Stränden zu genießen. Malerischer Sonnenuntergang eingeschlossen. Welch ein Vorgeschmack auf unser eigentliches Reiseziel – den Schärengarten.

 

Wer noch nie in den Schären war, so wie wir, kann auf Hanö eine „Trockenübung“ absolvieren. Die wunderhübsche Insel, nach der auch die 60 Meilen langgezogene Bucht benannt ist, liegt nur einen Steinwurf von den Schären entfernt und ist für jeden Segler ein absolutes Muss. Deshalb planen wir auch hier einen Tag für ausgiebige Erkundungen ein. Die sehr naturbelassenen abenteuerlichen Wander-pfade zwischen den vielen Granitsteinen bieten als Orientierungshilfe kleine rote Pfähle oder einfach nur rote Punkte auf den Steinen, man muss sie nur finden – wie in den Schären... Die Mutigen trauen sich sogar in die Höhlen mit den tiefen dunklen Gängen.

 

Hoch oben auf dem großen Granitberg ist der Fyrplatsen mit einem fantastischen Blick auf die Schären. An der Nordspitze reicht ein Steinriff, das Bönsäcken, mit unzähligen kleinen rundgewaschenen Steinen weit ins Meer hinein. Auf dem Weg dorthin finden wir, dank der vielen kleinen roten Wegweiser, auch den verwunschen wirkenden englischen Friedhof. Ein Überbleibsel der britischen Flottenbasis auf Hanö während der napoleonischen Kriege. Heute sind auf Hanö 60 Einwohner und über 200 Damhirsche dauerhaft beheimatet. Der gemütliche Hafen ist mit kleinen ochsenblutroten Holzhäusern umgeben. Achtung, bei nördlichem Starkwind ist es mit der Gemütlichkeit im Hafen vorbei. Wir erleben es. Der rührige Hafenmeister lässt deshalb frühzeitig alle Boote mit dem Bug zur Hafeneinfahrt umdrehen. Wir liegen gut geschützt weit hinten in einer Ecke und bekommen von dem Schwell nur wenig mit.

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