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Flott unterwegs

Auch in den übrigen drei Wochen unseres Sommertörns gab es viele interessante Stationen. Wie heißt es so schön: der Weg ist das Ziel! So verlief insbesondere die erste Woche eher ungewöhnlich und wir erreichten Laesö mit einem kleinen Umweg. Mit Zwischenstation in Aarösund und Grenaa liefen wir bei gutem Wind bereits nach zwei Tagen Anholt an. Morgens um Neun kamen uns einige Meilen vor „Hawaii“ bereits die ersten Boote entgegen. Auch unsere Clubkameraden mit der SEASONG waren an diesem Tag früh unterwegs. So gab es kein Problem, in dem zumeist überfüllten Hafenbecken eine Lücke zu finden. Doch unseren Heckanker konnten wir bereits nach einer halben Stunden beim Ablegen eines benachbarten Bootes wieder liften. Ankersalat gehört eben zu den Spezialitäten der Insel. Weitere Spezialitäten und eine enorme Vielfalt waren beim täglichen kollektiven Grillen zu beobachten. Um 18 Uhr werden die drei großen Grills auf dem Platz angeheizt. Ein toller Service, der auch gut angenommen wird. Wein im Drei-Liter-Tetra-Pak ist längst salonfähig, den muss man nicht mehr verstecken. Doch, wer so richtig was auf sich hält, schlürft genussvoll Champagner, der im Sektkühler mit Crush-Ice (vom Fischer) auf Trinktemperatur herabgesetzt ist. Fußballfans können sich nach dem Grillen auf dem Acker von „Anholt United“ austoben.

 

So gibt es viele verrückte Sachen im und um den Hafen herum, die der Insel den jugendlichen Charme erhalten. Diese besondere Atmosphäre ist es wohl auch, die diesen kleinen Spatz (aus der Vogelperspektive) so anmutend wirken lässt und viele Seeleute anlockt. Unter den Deutschen waren im Übrigen auffallend viele FSC-ler - und es kamen immer mehr hinzu. Als schließlich auch noch die LOTTA mit dem 1. Vorsitzenden Jochen Frank im Vorbecken den Anker warf, hätte die Monatsversammlung starten können …

 

Starkwind hält uns noch einen weiteren Tag auf Anholt fest und ermöglicht eine ausgiebige Inselerkundung. Dann geht es mit Kurs Nordwest, zunächst noch vorbei an Laesö, Richtung Skagen. In Strandby legen wir einen Zwischenstopp ein. Ich traue meinen Augen nicht, als ich die vielen Boote mit „unserem“ Vereinsstander sehe. Doch ich kenne keines dieser Boote. Die Lösung: der dort ansässige Verein hat exakt den gleichen Vereinsstander, wie unsere SVF. Gleich nebenan in Frederikshavn gibt es dann noch die Variante weißer Stern auf blauem Grund. Ein Besuch der großen Fischauktion am nächsten Morgen darf nicht fehlen. Hochinteressant, wie der frisch angelandete Fisch kistenweise den Besitzer wechselt. Der Augenkontakt ist wichtig, verstanden habe ich kein Wort.

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Dann folgt bei besten Segelbedingungen eine kurze Passage nach Skagen. Ein weiteres Highlight auf unserem Törn. Tolle Hafenkulisse, tolle Atmosphäre, überall reges Treiben. Bei prächtigem Wetter fühlen wir uns wie am Mittelmeer. Mit dem Rad fahren wir in alle Himmelsrichtungen. Denn überall gibt es Interessantes zu sehen. Das schöne Gamle Skagen mit den vielen alten gelben Häusern ist ein Muss - und gleich dahinter schon die Nordsee. Tausende Touris strömen ganz nach oben, nach Greenen, wo Ost- und Nordsee sich vereinen. Uns zieht es natürlich auch dort hin. So richtig wohl fühlen wir uns nach den Anstrengungen des Tages bei den alten roten Packhäusern am Hafen. Schließlich gibt es da auch kulinarische Leckereien und kühles Bier. Am Abend setzt die Frauen-Band GASOLINE aus Kopenhagen noch einen drauf. Live und Open air - aller erster Güte, die Stimmung ist entsprechend gut.

 

Unser weiterer Kurs ist ungewiss, hängt von der Wetterlage ab. Eigentlich würden wir gern in drei Etappen via Hirtshals und Hansholm über die Nordsee in den Limfjord segeln. Der Seewetterbericht macht uns die Entscheidung nicht leicht: Nachts ist der beste Wind – und in zwei Tagen bläst er stürmisch aus Nordwest. Auch wir haben bei der Fischauktion gelernt. Ein kurzer Augenkontakt und die Entscheidung steht: In einem Rutsch nach Thyborön. Und schon geht’s los. Das hätte ich mir nicht träumen lassen. Bei absoluter Flaute motoren wir um das berüchtigte Kap vom Kattegat in das Skagerrak hinein. Erst zwei Stunden später setzt leichter Wind ein und ermöglicht uns einen emissionsfreien Antrieb. Hirtshals liegt bereits im Kielwasser, als in der Jammerbucht der Wind für zunehmend besseren Vortrieb sorgt. Auffallend viele Frachter fahren auf unserer Route.

 

Hansholm passieren wir schließlich gegen Mitternacht. Wegen der vielen Fischereifahrzeuge und unbeleuchteter Hindernisse nehmen wir hier einige Meilen Abstand zur Küste. So begleiten uns die Lichter von Hansholm eine halbe Ewigkeit. Außerdem arbeitet der Skagerrakstrom mit bis zu zwei Knoten gegen uns. Das macht den Weg nicht kürzer und auch nicht schneller. Doch mit dem Tagesanbruch weicht scheinbar die Müdigkeit bei Mensch und Schiff – es geht gut voran, das Ziel rückt näher. Die letzten Meilen vorm Limfjord ärgert uns schließlich noch eine fiese Dünung. Doch das ist schnell vergessen, nachdem wir gegen acht Uhr in Thyborön festmachen und uns ne Mütze Schlaf holen. Doch schon bald geht’s weiter, denn der Industriehafen Thyborön stinkt nach Fisch und bietet sonst n i c h t s .

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