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Im Bodden

Bevor es auf den Greifswalder Bodden hinausgeht, verschwinden die Räder vorübergehend in der Backskiste. Einmal quer übern Bodden nach Seedorf. Der Weg lohnt sich! Nicht nur weil auch die Rüganer gut Fisch zubereiten können, nein – am beschaulichen Forellen-Steg des privaten Hafenbetreibers ist es einfach gemütlich. Und die hügelige, malerische Landschaft drum herum – wunderschön.

greifswaldSchietwetter ist angekündigt. Da sind wir in der Stadt besser aufgehoben... Gedacht, getan – auf nach Greifswald. Nach der lang anhaltenden Gut-Wetter-Periode ist der Himmel bereits grau verhangen, als wir die vielen Arbeitsmaschinen beim Bau der Gas-Pipeline im Bodden passieren. Im Wartemodus, vor der Wieker Holzklappbrücke, fallen uns dann die ersten Tropfen auf den Kopf. Wo liegt denn eigentlich das Ölzeug? Lange nicht benutzt! Die kurze Flusspassage entlang der Ryck endet für uns im Hafen der Hanse-Werft. So erleben wir täglich das abendliche Schauspiel beim Abtransport der gewaltigen 50-Fuß-Bootsrümpfe für Auftraggeber in Übersee. Sogar ein 70-Füßler liegt kurz vor der Fertigstellung an der Pier.

Doch so schlecht wird das Wetter dann gar nicht. Sehen uns das Halbfinale – ohne deutsche Beteiligung – draußen auf dem Marktplatz, beim Italiener, an. So ganz nebenbei bewundere ich die anmutende mittelalterliche Backsteingotik der Fassaden. Überhaupt ist die junggebliebene Hanse- und Universitätsstadt eine Augenweide, irgendwie zum Anfassen mit den vielen einladenden Lokalitäten. Das Fahrrad scheint hier Hauptverkehrsmittel zu sein, wir nutzen es für einen kleinen Ausflug nach Wiek. Prompt regnet es. Die gesprächigen Brückenwärter gewähren uns Unterschlupf und erzählen Wissenswertes über ihren Job an der handbetriebenen holländischen Holzklappbrücke von 1887. Zurzeit werden die Ketten ausgetauscht, da sich die Kettenglieder bedenklich geweitet haben. Also, keine Langeweile beim Abwettern.

Bei allerbestem Segelwetter kreuzen wir den landschaftlich reizvollen Strelasund auf bis in die Gustower Wiek. Tiefenmesser sowie die uns begleitenden und entgegenkommenden Boote stets fest im Blick. Den mustergültig ausgestatteten Jaich-Hafen mit den angrenzenden Wasserhäusern ist nur zu empfehlen. Und drum herum Natur pur. Auf der Landzunge Drigge scheint die Zeit stehengeblieben zu sein – vor der Wende.

Unmittelbar vor der Strelasundbrücke machen wir noch einen Halt auf Dänholm. Die kleine Zubringerinsel von Rügen, ein Paradies der besonderen Art und die Menschen dort einfach nur nett und zuvorkommend. Stralsund ist mit dem Rad in wenigen Minuten gut erreichbar. Neben der Altstadt und dem Discounter haben wir ein ganz besonderes Ziel. Haben uns bei der Störtebecker Brauerei zu einer Betriebsbesichtigung angemeldet. Und die wurde dann auch, einschließlich einer lehrreichen Verkostung (diverse kleine Proben), sehr professionell durchgeführt.

Doch ein weiteres Highlight steht uns als Krönung unserer Meck-Pomm-Visite noch bevor. Denn Hiddensee ist immer wieder ein Traum, in diesem Jahrhundertsommer allemal. Das Boddengewässer beansprucht unsere ganze Aufmerksamkeit, vor allem, wenn sich rücksichtlose Wassertaxen nähern. Doch die 20 Meilen bis Kloster sind dennoch schnell erreicht. Gerade legt dort einer ab, wir schlüpfen in die Lücke. Glück gehabt! Spätestens ab mittags beginnt in dem beliebten Hafen denn auch die Platzsuche – oft vergebens.

Wir freuen uns aufs Wandern, Radeln, einfach nur in der Sonne dösen und baden – baden – baden. Doch wir wissen auch aus der Vergangenheit: die Tage sind hier leider viel zu kurz. So nutzen wir zunächst den gut ausgebauten, breiten Radweg bis nach Neuendorf. Da die Fahrräder ohne Klimaanlage sind, versuchen wir mit Eis zu kühlen. Autos sind hier tabu, dafür die Vielfalt an Tieren umso spannender. Die größten laufen auf der Straße rum und ziehen eine Kutsche mit Touris hinter sich her. Abgasproblem = Fehlanzeige. Und die paar Pferdeäpfel sind schnell wieder verschwunden. Das Land ist meist flach, mit Gras und Heide bewachsen, hier und da ragt ein Kiefernwäldchen hervor. Dem Strand sind größtenteils Dünen vorgelagert. Dieses ganz besondere Refugium hat auch schon zu früheren Zeiten Dichter und Denker angelockt und inspiriert. Die Grabstätte und das Haus von Gerhart Hauptmann sind heute Touristenmagnete. Die meisten gut erhaltenen inseltypischen Häuser findet man in und um Kloster.

leuchturmDer abenteuerliche, urwaldähnelnde Wanderweg entlang der Steilküste, hoch zum Dornbusch, hat es mir besonders angetan. Zur Belohnung gibt’s oben am Leuchtturm eine ausgedehnte Pause mit genialem Rundumblick. Der Rückweg durch Grieben, vorbei an Bauernhöfen mit weidenden Pferden, Alpakas und ein paar Hühnern hat ebenfalls seinen Charme. Eine leckere Stärkung im beliebten Bistro am Klostergarten ist uns nun sicher. Sonst muss meist Willi‘s Fischbarkasse für einen kleinen Gaumenschmaus zwischendurch herhalten. An Bord der CHINTA bekommen wir Besuch, den wir ein paar Tage zuvor in der Störtebecker Brauerei kennengelernt hatten.

Die Beliebtheit der Insel spricht für sich, auch in unserem Segelclub. Innerhalb von drei Tagen laufen – ohne vorherige Absprache – fünf Boote der SVF in Kloster ein. Natürlich wird ein Beweisfoto für das Mitteilungsblatt des Vereins gemacht. Nach dem Ablegen kommt uns dann auch noch im engen Fahrwasser die KIEKAN aus Flensburg entgegen. Für den Rückweg über Dänemark hatten wir uns erst kurz zuvor entschieden. Die deutsche Küste erscheint bei der Windprognose weniger geeignet.

 

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