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Crewwechsel

Mit einem kleinen Muskelkater endete schließlich frühmorgens um Vier der Polenaufenthalt für Rolf. Das Taxi brachte ihn zum Flugplatz. Fliegender Wechsel dann in Billund: Rolf stieg dort in das Auto, mit dem Angelika, Christiane crew wechselund Inga gerade angekommen waren und die drei hoben wenig später mit seiner Maschine Richtung Danzig ab. Alles bestens geplant, nur ich hatte mich irgendwie um eine Stunde vertan. Plötzlich winkten mir drei fröhliche Mädels von der Pier zu. Gott sei Dank hatte ich das Gröbste an Bord bereits erledigt und so gab es Sekt zum Frühstück.

In den beiden folgenden Tagen übernahm ich dann – als gestandener Pole – gern die Stadtführung und tat auch so manchen Winkel auf, den ich noch nicht kannte. So waren auch die Spuren von Lech Walensa, Günter Grass und Arthur Schoppenhauer leicht aufzufinden. Lenin hat seinen Namen für den Schiffsbau in Danzig hergegeben – bis 1990. Und das Goldene Haus aus dem 15.Jahrhundert ist heute noch das prachtvollste Bauwerk der Stadt.

Am Ende hatten wir vermutlich alle Tore Danzigs durchschritten, einige sogar mehrmals täglich. Und sonst noch – gab es gar nichts Negatives in dieser schönen Stadt? Ja, doch – wo gibt’s denn schon den verzauberten Ponyhof... Also, in Danzig wird, wie auch in vielen anderen polnischen Städten, fleißig gebaut und renoviert. So auch, mit reichlich Baulärm, in unmittelbarer Hafennähe. Doch es gibt eine gute Alternative, ein weiterer (kleiner) stadtnaher Hafen: Einfach bei der letzten Tankstelle backbord halten. Über die Fußgängerbrücke erreicht man von dort ebenfalls schnell die Altstadt – und hat abends seine Ruhe.

Mit etwas Wehmut verabschieden wir uns schließlich am 10. Juni von dieser imposanten Stadt und den Bootsnachbarn, mit denen wir uns näher gekommen waren. Die meisten ziehen von hier weiter zu den Baltischen Ländern, einige sogar über Königsberg. So auch die pfeilschnelle SURSULAPITSCHI. Unser heutiges Tagesziel heißt jedoch Sopot. Für meine Mädels genau der richtige Ort zum Chillen, Bummeln, Shoppen und bei dem anhaltend tollen Wetter natürlich zum Baden. Auch heute noch ist dieser mondäne Kur- und Badeort mit der längsten Badebrücke in Polen die Nummer 1. Dementsprechend ist der Hafen, draußen am Brückenkopf, mit „50-Fuß-Spielzeugen“ garniert. Da kommen wir uns in jeder Hinsicht klein vor. Auch mit Hut...

Die Eindrücke bleiben. Wir nehmen sie mit, zunächst über die Danziger Bucht nach Hel. brueckeAus Erfahrung klug, nutzen wir die Touri-freien Zeiten für unsere Landgänge. Der kulinarische Teil findet natürlich im „Kutter“ statt. Mit halbem Wind aus Nord erreichen wir am folgenden Tag Wladyslawowo. Erstmals seit langer Zeit überrascht uns ein Regenschauer. Doch das ist nicht der Grund, dass Chrissi schon wieder abmustert. Sie hat in diesem Sommer noch weitere Ziele in Europa und besucht zunächst Freunde in der Schweiz. Die gute Zuganbindung, von hier zum Flieger, kennen wir ja schon...

Inga hat sich auf die „Polnische Sahara“ mindestens so sehr gefreut, wie auf Danzig. Und so übernimmt sie bei schwachem Nordwest bestgelaunt das Ruder und hält Kurs auf Leba. Der schöne Hafen beeindruckt meine Mädels, der unattraktive Ort weniger. Doch das Highlight – in doppelter Hinsicht – liegt ja in der anderen Richtung. Acht km weiter westlich – und ein paar Meter höher. Diesmal wählen wir die sportliche Variante, zu Fuß, dem Strand entlang. In der seichten Ostseebrandung lassen wir unsere Füße umspülen. Welch ein Genuss! Doch die Anstrengung im weichen, ansteigenden Dünensand steht uns ja noch bevor. In der Hitze der Mittagssonne ist dies kein Vergnügen. Langsam arbeiten wir uns Meter für Meter weiter vor. Diesmal ganz ohne Live-Übertragung vom Handball. Denn mein persönlicher Sportreporter ist ja nun bei mir und quält sich durch den heißen Sand. Die Belohnung wartet oben! Und die verdiente Pause dehnen wir dann auch reichlich aus – so schön ist es hier!

Mit einem der Elektro-Mini-Busse fahren wir zurück in den Ort und steuern ohne Umwege den nächsten Eisladen an. Und nun rückt auch Ingas letzter Abend näher. Den verbringen wir ganz zünftig mit Picknickkorb auf einer kleinen Anhöhe am Strand. Bei untergehender Sonne stoßen wir auf die schöne gemeinsame Zeit an. Kurz nach Sonnenaufgang begleite ich Inga dann zu einem Mini-Bus der sie wiederum zu einem Anschlussbus bringt und dann geht’s mit der Bahn weiter zum Flughafen. Etwas umständlich, aber es geht.

 

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