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Auf’m Darß

Unser nächstes Ziel ist der Darß. Beim Auslaufen bewundern wir noch mal die hier fest stationierte alte Dreimastbark „Gorch Fock“. Mit frischer Brise sind wir schon bald im Fahrwasser Richtung Barhöft - fast. Denn genau so schnell ist die Fahrt zu Ende bzw. unterbrochen. Noch bevor wir die Fahrrinne erreichen, liegen wir hoch und trocken. Und dabei war ich mit größtem Respekt und gut vorbereitet an dieses anspruchsvolle Teilstück herangegangen. Mit eigener Kraft kommen wir nicht frei. Um so mehr freuen wir uns über die Hilfe der „Comoran“ aus Heiligenhafen. Die HR29 sorgt per Großfall für zusätzliche Krängung. Und so überwinden wir mit geringer Motorunterstützung die nur zwei fehlenden Schiffslängen bis zum Tonnenstrich. Wir sind erleichtert. Danke an die „Comoran“ und auch an Manni, der sich bereits auf den Weg gemacht hatte. Bei diesem Zwischenfall blieb es dann auch in den flachen Boddengewässern.

Zum Nachmittagskaffee machen wir in Barth fest. Angeblich soll es hier mal die versunkene Stadt Vineta gegeben haben. Unser Interesse gilt jedoch den realen Gegebenheiten dieser Kleinstadt und des naturbelassenen Umlandes am Bodstedter Bodden. Bestens geeignet für den Einsatz unserer Bordräder. Am Abend gibts dann leichte Kost im kleinen Stadttheater. „Weiberklatsch“ ist hier das Thema. Ist zwar keine romantische Operette auf der Seebühne, dafür amüsieren wir uns köstlich und haben allergrößte Hochachtung vor dem enthusiastischen Einsatz der Laienschauspieler.

Weiter gehts nach Zingst. Mit dem Bug im Schilf fühlen wir uns auf unserem neuen Liegeplatz gut aufgehoben. Auch hier sind die Fahrräder ein absolutes Muss. Über gut ausgebaute Radwege erreichen wir schon bald die Sundischen Wiesen im Nationalpark Vorpommerns. Wir staunen über die vielen Renaturierungsmaßnahmen und die gewaltigen Erdbewegungen zum Schutz gegen die Sturmflut. Als besonderes Naturschauspiel gilt hier die alljährliche Rast von abertausend Kranichen auf ihrem langen Weg nach Skandinavien bzw. zurück in den Süden. Für ein außerplanmäßiges Naturschauspiel sorgen in diesem Jahr Millionen von Marienkäfern. Einzeln mögen sie ja ganz niedlich und friedsam sein, aber in der Menge entwickeln sich die kleinen Biester zu angriffslustigen Flugobjekten. Dagegen bleiben wir während des ganzen Urlaubs mückenfrei, ist doch auch was!

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Von der Halbinsel Zingst geht es weiter westlich auf den Darß. In dem beschaulichen Örtchen Prerow ist die Welt noch in Ordnung, so scheint es auf den ersten Blick. Doch hinter den Kulissen brodelt es mächtig. Politiker und Naturschützer liegen sich in den Haaren. Stein des Anstoßes ist die Versandung des Hafens Darßer Ort. Zurzeit kann der Hafen nicht angelaufen werden, auch nicht von Rettungskreuzern, die hier jahrelang ihren Heimathafen nahe der vielbefahrenen Kadetrinne hatten. Die einen wollen baggern und das alte Hafenbecken erhalten, die anderen wollen einen Ersatzhafen in Prerow und eine dritte Meinung lautet: alles der Natur überlassen. Eine Einigung ist nicht in Sicht (letzte Meldung: ab 2010 soll der Seenotrettungskreuzer der DGzRS dort angeblich wieder auf Position gehen, schauen wir mal …). Wir arbeiten uns mit dem Rad bis zum Leuchtturm vor. Dort erkunden wir nach einer kleinen Rast das schöne Fleckchen Erde ausgiebig zu Fuß. Von den Dünen genießen wir den schönen Ausblick aufs Meer. Viele Segelboote dümpeln in der Flaute vor sich hin. Die Wasseroberfläche wirkt wie in Blei gegossen. Zum nächsten Hafen sind es in östliche wie auch westliche Richtung jeweils 30 Seemeilen. Unter diesen Umständen fühlen wir uns an Land ganz gut aufgehoben. Auch, wenn wir unter der sengenden Hitze leiden. Abends fallen wir todmüde aber glücklich in die Koje. Ein ganz besonderes Flair hat der Ort Zingst zu bieten. Wasser nach beiden Seiten und dazwischen ist alles sehr hübsch und gepflegt angeordnet. Es gefällt uns und offensichtlich auch vielen anderen Touristen, die jedes Jahr wieder hierher kommen.

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