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Das Beste zum Schluss

Wir verlassen das Kleinod der südlichen Ostsee nur widerwillig. Doch eine ganz besondere Perle dieses schönen Segelreviers erwartet uns noch. Um auf Hiddensee einen Hafenplatz zu ergattern, brechen wir früh auf. So freuen wir uns über die ersten Boote, die uns gegen zehn Uhr aus Vitte entgegenkommen. Dennoch, ein freundlicher Empfang ist es nicht gerade. Regen mit strammen Wind aus NW vermasselt uns die Party. Schnell die Kuchenbude raus, ein zweites Frühstück zubereitet und dann ab in die Koje. Bei unserem Landgang am Nachmittag sieht die Welt bzw. die Insel mit den ersten Sonnenstrahlen dann schon wieder ganz anders aus. Dass Hiddensee, mit über 2.000 Sonnenstunden im Jahr, der sonnenreichste Ort Deutschlands ist, macht uns Mut. Da steht einer Erkundung der 16 km langen Insel ja nichts mehr im Wege. Rad oder Pferd ist hier die Frage. Autos sind in dieser schönen Heide- und Dünenlandschaft eh verboten.

Wir satteln, wie gewohnt, die Räder und nehmen uns zunächst den Süden und dann den Norden vor. Zwischen Neuendorf und Gellen ist die Insel gerade mal 250 Meter schmal. Wir halten die Zunge gerade, um auf dem Trockenen zu bleiben. Der Rückweg führt uns im nördlichen Teil direkt am Strand entlang nach Kloster. Auf der einen und anderen Bank verweilen wir und genießen alles um uns herum einfach nur - natürlich scheint die Sonne! Man könnte es auch Urlaub nennen. Zu dieser schönen Insel und insbesondere nach Kloster hat es in früheren Zeiten schon so manchen Künstler gezogen. Auch Albert Einstein ließ sich hier inspirieren. Ein ganz besonderes Verhältnis zur Insel hatte der Dichter Gerhard Hauptmann. Sein Haus in Kloster wurde längst zum Museum umgewidmet. Wo die Wege schlechter werden und die Berge höher, lassen wir unsere Räder zurück. Hoch oben auf dem Dornbusch genießen wir aus 70 Meter Höhe den fantastischen Ausblick. Beim Blick aufs weite Meer erinnere ich mich an unsere stürmische Überfahrt vor einigen Wochen. Wir lassen uns hier oben viel Zeit und wählen schließlich den etwas längeren Rückweg über Grieben. Die Hafenidylle von Kloster lassen wir uns natürlich auch nicht entgehen.

 

Noch einen Ruhetag und dann geht es wieder Richtung Heimat. Der direkte Weg ist nicht immer der einfachste oder gar der schönste. Außerdem ist für uns Urlaub ohne Dänemark kein Urlaub. Also Kurs Smaland. Doch der Osten lässt uns nicht ohne weiteres los, wir haben kaum Wind. Mit Motorkraft und viel Geduld erreichen wir schließlich Habölle auf Mön. Durch den Grönsund und das Smaland-Fahrwasser geht es dann mit moderatem Wind nach Karrebaeksminde auf Seeland. Der kleine Abstecher hat sich wirklich gelohnt. Ich frage mich nur, warum wir noch nie hier waren. Unzählige Finnjollen, die an der dänischen Meisterschaft teilnehmen, beleben das Hafengeschehen. Mit den Rädern fahren wir entlang der wunderschönen Fjordlandschaft in das naheliegende Städtchen Naestved. Dann kommt aber doch Endspurtstimmung auf. Laut Seewetterbericht soll das Wetter in den nächsten Tagen umschlagen. Wir wollen uns den schönen Urlaub zum Schluss nicht noch verderben und machen uns auf den Weg – Kurs West. Meine Lieblingscousine Lore in Dagelökke besuchen wir dennoch. Sonst hätte sie mich in ihr Abendgebet nicht mit eingeschlossen. Und so erreichen wir noch halbwegs trocken mit etwas Wind auf die Nase unseren Heimathafen Flensburg.

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