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Und noch mal Rügen

Wir haben sie nicht gezählt, die vielen Tonnen, die uns den Weg durch das unwegsame Boddengewässer nach Rügen zeigen. Ohne diese Hilfsmittel und exakte Navigation hätten wir unser Tagesziel wohl kaum erreicht. Mit gutem Schiebewind aus SW laufen wir nach vier Stunden und 25 weiteren Meilen auf der Logge im Norden des Wieker Boddens den kleinen Hafen Wiek an. Ich staune nicht schlecht, als wir beim Anlegen namentlich angesprochen und herzlich begrüßt werden. Bekannte aus der Kindergartenzeit unserer Kinder sind hier gerade mit ihrem Wohnmobil unterwegs. Seitdem hatten wir uns aus den Augen verloren. An den Bootsstegen kommt es immer wieder zu netten Bekanntschaften. An Gesprächsstoff fehlt es nicht. Von besonderem Interesse sind die Segler-Anekdoten der Ex-DDRler aus vergangenen Zeiten. Segelboot und -berechtigung „erdienten“ sich damals nur wenige Privilegierte. Das Zauberwort lautete „PM18“. Diese Sondererlaubnis ermöglichte überhaupt erst das Küstensegeln. Aber zurück nach Wiek und der Banzer Heider, die uns zu einem ausgiebigen Spaziergang einlädt. Auch Surfer und Kiter kommen an diesem Küstenstrich voll auf ihre Kosten. Außer auf der Speisekarte entdecken wir auf dieser Ecke Rügens keine weiteren Besonderheiten. So setzen wir unsere endoskopische Reise durch die inneren Gewässer Rügens bis zum Ende des Großen Jasmunder Boddens fort, mit freundlicher Unterstützung aus NW. Ganz im Süden des Boddengewässers erwartet uns dann ein weiteres Highlight auf unserer Tour, Ralswiek.

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Wie in einem Märchenbuch lacht uns dieser kleine malerische Ort, umgeben von Wald und saftigen Wiesen, schon von weitem an. Die Kulisse der Störtebecker-Festspiele, mit dem Schloss Ralswiek und den vielen kleinen Reeddachhäusern, machen das Märchen perfekt. Und mittendrin machen wir in dem idyllischen Hafen mit unserer „Chinta“ für ein paar Tage fest. Wenn der Seeräuber Klaus Störtebecker sich Tag für Tag ankündigt, ist dieser beschauliche Ort für einige Stunden in Touristenhand. Auch wir lassen uns dieses Schauspiel nicht entgehen. Wir haben Glück und bekommen an der Abendkasse für „Das Vermächtnis“ noch zwei gute Plätze. Die vielen vierbeinigen Akteure schauen wir uns am nächsten Tag auf unserem Spaziergang in dem gepflegten Reitstall und auf den Pferdekoppeln noch etwas genauer an. Das Schloss bietet heute eine Bleibe für betuchte Gäste. Es ist eingebettet in eine wunderschöne Parkanlage mit altem Baumbestand. Schließlich sticht uns die kleine 100 Jahre alte Holzkapelle noch ins Auge. Die geplante Umrundung des Kleinen Jasmunder Bodden endet bereits in Lietzow. Die Rad- und Wanderwege entlang dem See entsprechen leider nicht unseren bescheidenen Ansprüchen. Sie endeten auch schon mal im Sumpf oder an den Bahngleisen. Also zurück in unsere kleine „Märchenstadt“.

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